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Warum das „Warum“ nicht immer zielführend ist.

Warum das „Warum“ nicht immer zielführend ist.

Der Hund macht „wau“. Das haben wir alle sehr früh gelernt. Und immer wieder werden wir Hundebesitzer Zeuge von strahlenden Kleinkinder-Augen, die samt ausgestrecktem Zeigefinger auf den Vierbeiner gerichtet sind und voller Inbrunst „Wau-Wau“ rufen. Ein sehr schöner Moment, für mich, zeigt er doch, dass auch schon viele der Kleinsten von dieser Spezies zu- und angetan sind – so wie ich und du vermutlich auch.

Warum macht der Hund „wau“?

Warum unsere Hunde bellen ist wiederum ein sehr spannendes Thema, denn der Urgroßvater unseres Haushundes – der Wolf – hält sich in dieser Kommunikationsform vergleichsweise sehr zurück. Ab dem Erwachsenenalter eines Wolfes verschwindet diese Lautäusserung fast ganz und wird nur noch vereinzelt – sehr gezielt angewendet. Im Vergleich dazu gibt es bei unseren vierbeinigen Familienmitgliedern ein ganzes Repertoire an unterschiedlichen Bell-Lauten: hoch, tief, laut, leise – kurz, anhaltend und so weiter …
Und die Situationen in denen der Hund bellt sind ebenso vielfältig. Neben anderen Themen, ist dies häufig auch der Grund warum ein Hundetrainer gerufen wird.

Interpretationen und Spekulationen

Nicht nur das Bellen könnte man hier aufführen, sondern sehr viele Verhaltensmuster, die es abzutrainieren gilt. Es bleibt hin und wieder ein großes Fragezeichen ‚warum‘ der Hund dies und jenes tut. Was dieses ‚Fragezeichen‘ allerdings mit sich bringt, ist ein Nährboden für Interpretationen und Spekulationen – das gehört zur Natur des Menschen. Und im besonderen zur Natur des Hunde-Menschen, wir interpretieren was das Zeug hält. Unterstellen unseren Hunden gute und böse Absichten, Trotz, Intelligenz, Dummheit und Sonstiges und verlagern das vermeintliche Problem ganz auf die Seite des Hundes. „Der hat ein Problem mit […]“.

Bei weitem möchte ich hier nicht sagen, dass die Antwort auf die Warum-Frage für das Training nicht hilfreich wäre. Das ist sie, vor allem wenn eine bezeugte Situation dahintersteckt – der Hund hatte eine schlechte Erfahrung mit … zu wenig gute Erfahrungen mit … oder sonstige. Trotzdem kann der Mensch hierauf allzuoft keine sichere Antwort geben, sondern nur spekulieren.

Es ist egal, warum das Huhn über die Straße ging

Um mit dem Bild der großen philosophischen Frage „Warum das Huhn über die Straße ging“, zu arbeiten: eigentlich ist das „Warum“ für die Strassenüberquerung egal, entscheidend ist, das Huhn steht nun mal dort und dort wäre jetzt also der nächste Schritt für die Handlung.

Ziele sind nur über Ziele zu erreichen

Wenn du also etwas mit deinem Hund trainieren möchtest, dann stelle nicht allzuoft die Frage „Warum tut er das?“, benutze stattdessen die Vielzahl der anderen Fragewörter: Wann, Wo und Wie. Auf diese kannst du einfacher antworten, denn hier kannst du tatsächlich beobachten. Und dann setzt du dir Ziele, kleine Ziele, Einzelschritte. Um wieder beim ‚Huhn auf der anderen Straßenseite‘ zu sein: frage dich selbst erst einmal, was soll das Huhn als nächstes machen.

Die Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ hinter den Handlungen unserer Hunde sind umfangreich, individuell und gespickt mit teilweise tausend Variablen, die der Mensch nicht alle kennt. Und da die vermeintliche Antwort darauf, den Hund meist nicht gut dastehen lässt, sollten wir die Frage einfach nicht mehr so im Fokus haben. Viel entscheidender als das „Warum“ ist die Antwort von uns auf „Was jetzt“: aktiv werden, handeln, vorgehen, führen!

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