fbpx
1 800 - 0452 00 admin@kayapati.com

Freundschaft zum Hund, geht das?

 

Freundschaft zum Hund, geht das?

Da ist es … das Wort: „Freundschaft“ … ich kann förmlich das Augenrollen und das Aufstöhnen hören: „Vermenschlichung“! Oh je, was hab ich mir nur dabei gedacht, ein Wort, das sonst eine Beziehung zwischen uns Menschen definiert, für ein Tier zu benutzen. Aber ich wage mal es für einen Teil unserer Beziehung zu unseren Hunden zu verwenden. Nein, natürlich können wir einige Attribute, die wir in einer Freundschaft haben und wollen nicht auf unsere Hunde projizieren. Ein ganz wichtiges Merkmal einer Freundschaft ist, dass sie freiwillig ist. Nun seien wir ehrlich: freiwillig haben sich nur die seltenen Exemplare unserer Vierbeiner für uns entschieden (der Dackelblick beim Vorbeigehen im Tierheim, zählt nicht ;-). Und trotzdem gibt es auch für den Hund das eine Synonym „der beste Freund des Menschen“. Puh, also bin ich nicht die Einzige, die das so sieht.

Der Hund, mein Freund

Der erste Satz bei Wikipedia, wenn man sich Freundschaft definieren lässt, lautet: „Freundschaft bezeichnet ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet.“ Gegenseitige Zuneigung, Sympathie und Vertrauen: das sind schon eher Wörter, die wir auch für unsere Beziehung zu Hunden benutzen.

Gegenseitige Zuneigung und Sympathie

Schlägt man „Zuneigung“ und „Sympathie“ im Synonym-Wörterbuch nach, findet man Wörter wie: Interesse, Verbundenheit, Wohlwollen … Somit sind dies, so gesehen, Zutaten für eine Freundschaft. Das wir Interesse an unseren Hunden haben, ist alleine schon durch solche Webseiten, wie meine bewiesen und dein Grund diesen Text zu lesen, also: Haken dran. Und es ist auch kein Zweifel, dass wir uns mit unseren Hunden verbunden fühlen (wir leiden mit ihnen, wissen, wann sie hungrig, müde, verspielt sind …usw.). Und wohlwollend sind wir auch: wir wählen das Beste Futter, den besten Tierarzt, das beste Spielzeug etc. für sie aus. Keine Frage von unserer Seite herrscht Zuneigung für unsere Fellnasen.

Nun, wie sieht das andere Ende der Leine aus? Immerhin heißt es ja „gegenseitige Zuneigung“. Haben unsere Hunde Interesse an uns und der Zeit, die sie mit uns verbringen? Das ist gar keine so philosophische Frage, wie sie vielleicht anmutet, sondern eher eine Frage, ob wir wissen was unseren Hunden gefällt oder Spaß macht und um es in „Hundetrainer-Sprache“ auszudrücken: kennen wir ihre Bedürfnisse? Gesundheit, Nahrung, Auslastung, soziale Beziehungen etc. Und da sind wir schon in der Bindungs- und Beziehungsarbeit: Wenn wir unsere Hunde kennen und auf ihre rasse- und typ-basierenden Bedürfnisse eingehen, werden sie Interesse an uns haben. (Achtung: Bedürfnisse ist nicht gleichbedeutend mit „was der Hund will“, sondern was er braucht – Stichwort: du bist kein Leckerlie-Automat!) Wohlwollend und mit uns verbunden sind unsere Hunde auch, auf ihre Art. Durch ihr enges Zusammenleben mit uns, wissen sie sehr genau, was wir von ihnen möchten. Sei es das Kuscheln auf dem Sofa, sei es das Bellen an der Tür (Hoppala, wollen wir das? Oder haben wir es Ihnen vielleicht aus Versehen beigebracht). Wenn man genau hinsieht, machen sie auch einige Sachen freiwillig und um uns zu gefallen.

Du willst einen besten Freund? Dann investiere in ihn. Lerne seine Sprache und seine Bedürfnisse kennen, lerne ihn verstehen. Dann schaffst du, dass er Interesse an dir hat – eine leider viel zu oft vernachlässigte Seite unserer Mensch-Hund-Beziehung.

Vertrauen, auf beiden Seiten

Als weitere Zutat für unsere Mensch-Hund-Freundschaft brauchen wir Vertrauen und davon nicht zu wenig. Vertrauen entsteht aus Verlässlichkeit und die verdient man sich. Am Anfang einer jeden Beziehung – grade und auch zwischenmenschlicher – herrscht eine gewisse Distanz , man erzählt sich vielleicht nicht sofort jedes Geheimnis, sondern probiert aus, ob der Andere vertrauenswürdig ist. Man öffnet sich stückweise. Und wurden die Vertrauens-Tests bestanden, öffnet man sich mehr. Man kann sich auf ihn/sie verlassen.

Vielleicht war es bei dir und deinem Hund am Anfang ähnlich. Du hast ihm am Anfang wahrscheinlich erst mal nicht deine ganze Hand ins Maul gelegt und gehofft, er beißt nicht zu. Aber mittlerweile kennst du ihn besser und weißt vielleicht auch, dass du ihm vertrauen kannst, oder wo du ihm vielleicht nicht vertrauen kannst und arbeitest daran (sicherer Rückruf, unbeaufsichtigt Mülltonnen leerräumen, etc.). Und kann dein Hund dir vertrauen? Ups, eine seltsame Frage, nicht? Vertrauen entsteht aus Verlässlichkeit, wie oben erwähnt, und verlässlich bist du, wenn deine Handlungen vorhersehbar sind und du Sicherheit bietest. (Auch hier sind wir wieder bei der Beziehungs- und Bindungsarbeit angekommen). Vorhersehbare Handlungen sind nichts anderes als klare Kommunikation und Konsequenz. Klare Kommunikation bedarf Vokabeln in derselben Sprache und da unsere Hunde Genies darin sind, uns und unsere Körpersprache zu lesen, ist es unser Job nun ihre zu lernen. Verstehst du deinen Hund? Weißt du was seine Körpersprache dir verrät?

Und Konsequenz? Wiederkehrende Reaktion auf eine Aktion. Macht dein Hund „sitz“, gibst du ihm ein Leckerchen. Zieht dein Hund an der Leine, folgst du ihm. (Hoppala, schon wieder etwas, was wir unseren Hunden vielleicht aus Versehen beigebracht haben?!?).

Ich kann dich beruhigen, wir können all das lernen. Wir können lernen unsere Hunde zu lesen, sie zu verstehen. Wir können lernen ihre Bedürfnisse artgerecht zu erfüllen und konsequent zu sein. Und damit die Führung in der Beziehung zu übernehmen.

Sicherheit und Schutz

Ein, für mich, sehr wichtiger Aspekt beim Thema Vertrauen ist „Sicherheit und Schutz“. Neben den oben beschriebenen Zutaten für eine Freundschaft, ist es unser Job unsere Hunde vor der Außenwelt zu beschützen. Und zwar dann, wenn es in ihren Augen gefährlich, unsicher und stressig ist. Das kann für einen sensiblen Hund schon die Mülltonne um die Ecke sein, wenn sie gestern noch nicht da stand. Das kann das Kind, das den Hund liebevoll umarmen will, sein, dass für manch einen Vierbeiner aber schon purer Stress ist. Und es kann der Hund auf der anderen Straßenseite sein, der unsere Fellnase schon von weitem fixiert hat. Auch hier ist es unsere Verantwortung die Stresssignale unserer Hunde zu lernen, zu verstehen und richtig darauf zu reagieren.

Aber hei, bist du bereit dazu und hast Lust deinen Hund neu kennen zu lernen, steht eurer tiefen und ehrlichen Freundschaft nichts mehr im Weg. Und automatisch ebnet sich der Weg, das du Rudelführer wirst, der, auf den man sich verlassen kann, an dem man sich orientieren kann und der weiß was sein Hund braucht.

Kommentare sind geschlossen.